Neurobiomechanische Muskelstimulation

Die Neurobiomechanische Muskelstimulation (NbmMs) ist eine bewährte Behandlungsmethode bei den verschiedensten Schmerzzuständen. Diese können bedingt sein durch Abnutzungen, Entzündungen, Schwellungen, Durchblutungsstörungen, Verspannungen und Verletzungen.

Durch die Neurobiomechanische Muskelstimulation steigert man Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Insbesondere befreit sie die Gewebe von überflüssigem Zwischenzellmaterial, was die grundlegenden Stoffwechselprozesse der Zelle intensiviert und dadurch auch viele übliche Alterserscheinungen vorbeugt. Das überflüssige Material schränkt ansonsten durch sein lebenslanges Wachstum allmählich die Flüssigkeitszirkulation im Organismus ein und führt zu verminderter Zellversorgung und damit zu Leistungs- und Elastizitätsverlust.

Die rein mechanische Stimulation, welche im Bereich zwischen 10 und 35 Hz (Schwingung pro Sekunde) liegt, unterstützt Entschlackungsprozesse und sorgt somit für die bessere Versorgung der Muskelkapillare.

Das Anwenden der definierten mechanischen Schwingung spricht die adaptiv-sensiblen Nervenzellen im Bindegewebe an und kann zu einer Verbesserung des pH-Wertes des interzellulären Raumes und damit zur Clearens und Entschlackung führen. Dies fördert die Optimierung der Transitstrecke für Zellbotenstoffe und Stoffwechselendprodukte, führt zur Verbesserung des Muskel-Gelenkzusammenspiels, optimiert die Funktion des lymphatischen Systems und verbessert die Mikrozirkulation. Die Regulation des Tonus von kontrahierenden Strukturen, die Sicherung der Gleitfähigkeit von Bindegewebe gegenüber anderen Geweben sowie die Beeinflussung des sensorischen Systems wird damit begünstigt und stimuliert die zellbiologische Regulation des Körpers.

Es kommen keine elektrischen oder magnetischen Impulse zum Einsatz.

Das Verfahren hat folgende Anwendungsgebiete:

- Orthopädische Probleme z.B. Schulter-, Rücken-, Hüftbeschwerden

- Nacken- und Kopfschmerzen

- Schmerzen im Bewegungsapparat (Gelenke)

- Muskelverspannung,- schwäche,- abbau,- und schwund

- Stoffwechsel und Durchblutungsstörungen

- Mangel an Kondition und Koordination

- Bindegewebsschwäche

- Sport, Training


Wissenschaftlicher Hintergrund

In zahlreichen empirischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass mechanische Schwingungen mit bestimmten Amplituden in einem Frequenzbereich von ca. 8 Hz bis 32 Hz (1 Hz = 1 Schwingung/ Sekunde) unterschiedliche Wirkungen auf den Muskel-Sehnen-Apparat, insbesondere das Bindegewebe und die Matrix, haben. Durch die Übertragung der Frequenzen werden im Körper unspezifische Reaktionen hervorgerufen. Daraus ergibt sich die Folgerung, dass der Körper Rhythmen erkennt, sie unterscheiden und unterschiedlich interpretieren kann.

Diese Rhythmen wirken wie Taktgeber auf alle biologischen Strukturen. Dabei kommt der Skelettmuskulatur, als größtes Organ mit ca. 45 % Masseanteil, eine entscheidende Rolle zu.

Seine Funktionalität, also taktgebende Frequenz, ist unter anderem an die gerichtete Bewegung der Körperflüssigkeiten gebunden. Dadurch wird der gesunde Stoffwechsel aufrechterhalten. Stimmt in diesen, die Zelle umspülenden Flüssigkeiten bspw. der Säure-Base-Haushalt nicht, treten Differenzen in der Elektrolytversorgung auf. Als Folge leidet so die Leistung der Muskel- und Nervenzellen. Es entstehen Krankheitssymptome wie Muskelschmerzen und Entzündungen (Myositis), Streck- und Beugeeinschränkungen und Muskelverkrampfungen, die die Funktionsabläufe der Extremitäten stören.

Neueste Erkenntnisse im Bereich der Faszienforschung ergaben zudem, dass das netzartig den Körper umfassende Fasziensystem eine Eigenständigkeit aufweist, die ebenfalls zu erheblichen Störungen im physiologischen Ablaufsystem des Körpers führen kann. So konnten Wissenschaftler der Forschungsgruppe um Dr. Robert Schleip und Dr. Heike Jäger an der Universität Ulm nachweisen, dass unabhängig von der Arbeit des Muskels bereits die Ausschüttung von Stressbotenstoffen zur Kontraktion von den Muskeln umspannenden Faszien führt und so die Funktionalität dieser Muskeln stark beeinträchtigt.

Quelle: Overo Behandlungsprinzip